Spitzenkandidaten der Politik am Heisenberg-Gymnasium in Harburg


Die letzten Schüler nehmen ihre Plätze ein. Es wird getuschelt. Sätze wie: "Das ist doch der von den Wahlplakaten" oder: " Ist das nicht der Prominente aus dem Fernsehen?" fallen immer wieder.

Und durchaus, das Heisenberg-Gymnasium hat am Dienstag, den 19. September fünf Direktkandidaten für das Bundestagsmandat aus unserem Wahlkreis in der Pausenhalle, die sich in einer Podiumsdiskussion mehreren kritischen Fragen der Schüler stellen.

Veranstalter der Aktion ist das Politik-Profil der 12. Klasse und der zuständige PGW-Lehrer Marco Malitius. Die eigentliche Moderation steht allerdings unter der Leitung von Berit Michaelis und Bruno Springer, die mit spannenden Fragen und der notwendigen Durchsetzungskraft zu einer gelungenen Fragerunde beitragen.

Auch die Politiker finden sich dank großer Namensschilder und unter tosendem Applaus auf ihren Plätzen ein. Dann wird es langsam stiller. David Stoop, Spitzenkandidat der Linken, packt noch seine "Die Linke-Brausebonbons" und Werbeheftchen aus und Metin Hakverdi (SPD) schießt noch ein letztes Selfie mit einer strahlenden 10.-Klässlerin.

Während der neue Schulleiter Malte Sorgenfrei seine erste offizielle Rede hält und vor allem die Politiker herzlich willkommen heißt, checkt Herlind Gundelach (CDU) noch die letzte Mail auf ihrem Handy. Der FDP-Spitzenkandidat Carl Cevin-Key Coste, der erst vor 2 Jahren am Heisenberg sein Abitur machte und der Direktkandidat der Grünen, Manuel Sarrazin, dessen Schulzeit am Heiseberg Gymnasium schon etwas länger her ist, ordnen noch einmal ihre Gedanken. Dann geht es los.

Und es kommt wie man es sich erhofft hatte: Es ist eine hitzige, informative Diskussion. Zum Teil mit spannenden Wortgefechten zwischen den fünf Politikern, wie man sie sonst nur aus Wahlduellen im Fernsehen kennt und detaillierten Antworten. Diese geben einen guten Einblick in die Parteiprogramme - stimmen das Heisenberg regelrecht auf die bevorstehende Bundestagswahl am Sonntag ein. Während Sarrazin vorrangig auf einen Ausstieg aus der Braunkohle plädiert und sich für erneuerbare Energien stark macht, setzt sich die SPD vor allem für "Bildung für jeden" ein. Herlind Gundelach weist eindringlichst auf die erfolgreichen Jahre mit der CDU
und Angela Merkel hin. Coste und die FDP werben mit der Digitalisierung in Schulen und kostenlosem Wlan. David Stoop bezieht sich größtenteils auf die Flüchtlingsthematik. Eine Obergrenze kommt für die Linke nicht in Frage.

Neben der Diskussion und einer Ja/Nein- Fragerunde zu Themen wie der Flüchtlingskrise, Bildung, Rüstung, Terrorismus etc., gibt es aber noch ein weiteres Highlight für die Schüler der 10.-12. Klassen: Die Politiker stellen sich ebenfalls vielen persönlichen Fragen der Schüler im kleinen Kreise und nehmen sich sehr viel Zeit bei der Beantwortung.

Kaum einer hätte wohl gedacht, dass ein so immenses Politikinteresse, auch bei den "Nicht-Wahlberechtigten" der Schule, besteht. Umso mehr möchte sich das Politik-Profil von Herrn Malitius bei den rund 200-300 Schülern und natürlich bei den fünf Politikern bedanken, die eine solch gelungene Veranstaltung erst möglich gemacht haben.

Die letzten Schüler in der Pausenhalle lutschen entweder an den Brausebonbons der Linken, stellen noch Fragen oder sind schon am Aufräumen. Um kurz vor 12 Uhr ist dann Ende. Knapp zwei Stunden hat die Veranstaltung gedauert. Nun ist alles wie zu Anfang: David Stoop packt die Heftchen der Linkspartei wieder ein, Hakverdi macht das letzte Selfie.

Sehr sympathische und kompetente Politiker verabschieden sich schlussendlich per Handschlag und verschwinden durch die Tür der Pausenhalle. Zurück bleibt ein gutes Gefühl und ein klares Bild von den Parteien und ihrem Spitzenkandidat für den Bezirk Harburg und Umkreis. Schüler unterhalten sich auf den Gängen darüber, welche Partei sie wählen würden. Lange Zeit zum Diskutieren haben sie allerdings nicht. Um 12 Uhr geht es nämlich zurück in die Klassen.


21. September
Paul Schade (S3)
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