Harburgs jüngster Schulleiter am Heisenberg-Gymnasium

Seit Anfang Septembert ist er im Amt: Malte Sorgenfrei, Schulleiter des Heisenberg-Gymnasiums


Foto: Katharina Geßler / HA


Neu im Amt

Das ist Harburgs jüngster Schuldirektor


Von Katharina Gessler

Seit Anfang Septembert ist er im Amt: Malte Sorgenfrei, Schulleiter des Heisenberg-Gymnasiums


Der Name ist Programm: Malte Sorgenfrei leitet seit Anfang September das ehrwürdige Heisenberg-Gymnasium.

Eissendorf. Malte Sorgenfrei ist als neuer Leiter des Heisenberg-Gymnasiums kaum im Amt und schreibt schon Geschichte: Mit gerade mal 34 Jahren ist er der jüngste Leiter eines Gymnasiums – in ganz Hamburg. Lediglich der Chef der Grundschule Bindfeldweg in Niendorf, Tobias Lahesalu, ist ein paar Monate jünger.

Doch das Alter ist nicht das einzige, was am neuen Heisenberg-Chef auffällt. Da ist auch sein Name! Sorgenfrei, Malte Sorgenfrei. Was den so besonders macht: Der Schulleiter sieht tatsächlich so aus, wie er heißt – fröhlich, jungenhaft und unbekümmert. Nomen est omen, möchte man meinen. Oder einfach: das passt!

Malte Sorgenfrei hat das Amt Anfang September übernommen und damit die Nachfolge von Rolf Harms angetreten, der im Februar in den Ruhestand getreten war. Ihm gaben die Kollegen folgende Abschiedsworte mit auf den Weg: "Die Schule dankt ihm für seine langjährige Tätigkeit und wünscht ihm, dass er bei guter Gesundheit all die Dinge tun kann, für die er in den vergangenen 15 Jahren nicht genügend Zeit finden konnte."

Nachdem Harms also seinen Hut genommen hat, ist erstmal die stellvertretende Leiterin Swetlana Urich in die Bresche gesprungen, "unfassbar gut und kompetent", wie Malte Sorgenfrei sagt. Dabei schwingt Dankbarkeit mit: "Sie hält mir auch jetzt noch ein bisschen den Rücken frei, so dass der Einstieg für mich wirklich sehr angenehm ist." Man könnte auch sagen: seinem Namen entsprechend.

Ach ja, sein Name: "Auf den werde ich natürlich immer wieder angesprochen", sagt der frischgebackene Schulleiter. Ob er denn tatsächlich sorgenfrei sei, werde er immer wieder gefragt. Die Antwort bleibt er schuldig. Auch jetzt. Stattdessen hebt er die Hände als könne er sein Glück kaum fassen und strahlt übers ganze Gesicht: Zustimmung ohne Worte.

Der Jüngste zu sein, ist für Malte Sorgenfrei nichts Neues. Er ist offenbar so einer, der mit Siebenmeilenstiefeln durchs Leben schreitet. Beweise gefällig? Er war 21 Jahre alt und Student im ersten Semester, als er seine Frau Linda (heute 40) heiratete und gerade 22 Jahre als sein Sohn Maximilian geboren wurde. Janus, Filius Nummer 2, kam vier Jahre später. "Wir haben das damals bewusst entschieden", sagt Sorgenfrei und belegt damit nach eigener Meinung am eindrucksvollsten, dass er keine Angst vor Verantwortung hat. "Mir war immer klar, dass alles, was ich tue, auch Auswirkungen auf andere hat", sagt er. Und ergänzt: "Das ist einfach in mir drin." Rückblickend wundert es da wenig, dass er seiner Frau noch während des Studiums als konkrete Zielvorgabe erklärte: "Bis 40 will ich Schulleiter sein."

Sorgenfrei, in Hamburg geboren, wuchs in Geesthacht auf, und kehrte fürs Studium (Französisch und Geschichte) nach Hamburg zurück. Seine Leidenschaft gilt der Musik. Seit seiner Kindheit spielt er Saxofone und Klavier, ist seit Jahren Mitglied einer Bigband. Deshalb hat er auch gleich Ja gesagt, als er direkt zum Beginn seines Referendariats 2010 am Gymnasium Süderelbe gefragt wurde, ob er die Bigband der Schule leiten wolle. "Das hatte ich zwar noch nie gemacht, aber ich hab gedacht, das wird schon", sagt Sorgenfrei.

Es scheint genau der rote Faden zu sein, der sich durch sein gesamtes bisheriges Berufsleben zieht: Er hat sich nie weggeduckt. Jedenfalls hat er auch zugestimmt, als ihn wenig später sein damaliger Schulleiter zum Abteilungsleiter der Jahrgänge 5 bis 7 machen wollte. "Es ist für mich selbstverständlich, immer ein bisschen mehr zu machen als ich an sich müsste", sagt Sorgenfrei.

Dass er nun ausgerechnet Leiter des Heisenberg-Gymnasiums mit gut 730 Schülern und einem 65-köpfigen Kollegium geworden ist, kommt für ihn der Erfüllung eines Traums gleich: "Hier gibt es tolle Projekte." Das Gymnasium sei sehr innovativ, nach dem Motto: "Was irgendwann für alle Pflicht wird, gibt es hier schon längst." Immer wieder nahm die Schule die Pole-Position ein. In die Vorreiterrolle schlüpfte sie beispielsweise im Bereich der Inklusion, aber auch der Integration. Die erste sogenannte Internationale Vorbereitungsklasse gab es an der Triftstraße schon im Jahr 2015.

Diese Fähigkeit, aktuelle Themen der Zeit zu erkennen, aufzugreifen und entsprechende Projekte zu starten, die will Malte Sorgenfrei auch in Zukunft kultivieren. Da passt es, in Siebenmeilenstiefeln durchzustarten.

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Quelle: Hamburger Abendblatt

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redakteurin.


4. Oktober
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