Amerika Austausch 2014

Was gibt es schöneres, als sich um 7:00 an einem Sonntagmorgen mit Herrn Grieben zu treffen? Wahrscheinlich vieles. Aber die Tatsache, dass es in zwei Stunden los ins ferne Amerika gehen sollte, machte das Ganze erträglich, um nicht zu sagen spitzenmäßig.

Spannung

Nach einem langen, zwölfstündigen Flug und zwei hektischen Stunden zum Umsteigen in New Jersey, wo wir fast unseren Anschlussflug verpasst haben, landeten wir nachmittags heil und erschöpft, aber gespannt, in Minnesota. Unsere Austauschpartner begrüßten uns warmherzig mit Plakaten, die uns willkommen hießen. Uns überraschte, dass so viele Austauschpartner selbst hinter dem Steuer saßen und uns sicher in unser neues Zuhause fuhren. Dort war erstmal auspacken, umziehen und ein erstes gemeinsames Essen mit der Familie angesagt. Es gab viele Fragen, die beantwortet werden mussten und wir durften gleich unser tolles Englisch beweisen. Alle kamen auf Anhieb super mit ihren Familien klar und wurden direkt in die Familie aufgenommen.

Zwei Tage im Unterricht

Die ersten zwei Schultage verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern in deren Unterricht. So bekamen wir ein gutes Gefühl für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit unserem Unterricht in Deutschland. Was gleich auffiel, waren die deutlich kleineren Klassen mit immer etwa 14 Schülern. In den nächsten Tagen konnten wir als Lehrer die deutsche Sprache und Kultur Schülern von sechs bis 18 Jahren näher bringen. „Auf uns“ von Andreas Bourani war ein beliebtes deutsches Lied bei den amerikanischen Schülern, doch wir vom Heisenberg konnten nach ein paar Tagen in Amerika das Lied nicht mehr hören. Doch den Deutschklassen gefiel es teilweise sogar so gut, dass wir auch auf den Gängen mit Gesängen beglückt wurden.

Während wir in unseren Gastfamilien die gelebte amerikanische Kultur mit leckerem ungesunden Essen und recht viel Fernsehen und Tonnen an Hausaufgaben kennenlernten, zeigten uns die Ausflüge, die wir mit unserer Gruppe von der Schule aus machten, eher Äußerlichkeiten. Wir besichtigten die Stadt St. Paul, hatten Spaß im National History Center und waren beeindruckt von Downtown Minneapolis, welches mit seinen Skyscrapern deutliche Ähnlichkeiten zu New York aufweist.

Wochenende

Schon bald stand das erste Wochenende vor der Tür und wir waren froh, dass die Amerikaner Aktionen mit der ganzen Gruppe oder großen Teilgruppen geplant hatten. So schön Familienleben auch ist, mit Freunden macht es meist noch einen Tick mehr Spaß! Also durften wir uns ordentlich durch ein Maislabyrinth gruseln und danach noch „Smores“ (kommt von „some more“, englische Umgangssprache für Keks, Schokolade, geschmolzene Marshmallows, Schokolade, ...) probieren.

Wir saßen noch ein bisschen zusammen und verabschiedeten uns dann bis zum nächsten Abend. Viele waren am nächsten Vormittag shoppen in der Mall Of America (der größten Einkaufsmeile Amerikas) und abends trafen wir wieder alle zusammen. Sonntag war ein Ausflug zusammen mit den Lehren zum Kanufahren geplant, doch das Wasser war zu kalt und wir mussten eine Alternative finden. So fuhren wir mit einem gelben, typisch amerikanischen Schulbus durch Minneapolis und die Umgebung von St. Pauls.

Highlight Essen in der Schulcafeteria

Am Montag ging die Schulwoche wieder los. Wir machten wieder einige Ausflüge oder durften dem Unterricht beiwohnen. Highlight war aber eindeutig das Essen in der Schulcafeteria, welches überdurchschnittlich gut und vielfältig war. Unsere Lieblingstage waren eindeutig Montag, Dienstag und Mittwoch, weil es an diesen Tagen Eis zum Nachtisch gab – Eis in der Schule…

Unterschiede im Bildungssystem

Das Heisenberg Gymnasium ist bekanntlich eine öffentliche Schule. Wir zahlen im Gegensatz zu den SPA - Schülern keinen Jahresbeitrag. Und trotzdem lernen wir nicht mit über 35 Schülern in einer Klasse, unsere Schule wird nicht von 2000 Schülern besucht, und wir haben Lehrer, die sich engagieren.

Die Como High School in St Paul konnten wir an einem Tag besuchen, es ist eine öffentliche Schule und trotzdem gibt es sehr große Unterschiede zu unserer Schule. Einige sind die Klassengröße und damit verbunden auch die Schulgröße und die Haltung zum Lernen, sowohl von Lehrer- als auch von Schülerseite. Diese Eindrücke ließen uns über unsere kostenlose Bildung nachdenken. Wir waren sehr überrascht über die großen Unterschiede von privaten und öffentlichen Schulen in Amerika!

Football

Ein weiteres Highlight war am letzten Samstag dann eindeutig das College Football Game der University of Minnesota (auch Golden Gophers genannt) gegen die University of Chicago. Wir haben „unser“ Team natürlich angefeuert. Ein Erlebnis was man nur jedem empfehlen kann, der das Glück hat, mal nach Amerika zu fahren. Es ist zwar ein langes Spiel, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.

Abschied

Weniger toll und sehr tränenreich war dann ein paar Tage später der Abschied. Wir alle haben ein zweites Zuhause gefunden und noch eine Familie dazu. Die Zeit in Minnesota war eine ganz besondere Zeit, die wir alle nicht vergessen werden. Trotz der unterschiedlichen Sprachen und Kulturen haben wir uns gut zurecht gefunden. Doch der Austausch ist ja noch nicht vorbei. Und wir sind schon dabei die Tage bis zum Rückbesuch zu zählen.

Tage in New York

Doch für uns ging es ja zunächst noch weiter in eine der wohl beeindruckensten Städte der Welt, nämlich New York. Wir waren alle aufgeregt als wir den Landeanflug auf New York begannen. Schon von weitem konnten wir die berühmte Skyline und den Hudson River sehen. Auch auf dem Weg zum Youth Hostel, welches nahe am Central Park gelegen war, haben wir viele Eindrücke von Manhattan gesammelt.

Das Wetter war super, sodass es umso mehr Spaß gemacht hat, die Stadt und ihre Wolkenkratzer anzugucken. Um diesem Tag noch den letzten atemberaubenden Kick zu verleihen sind wir bei Nacht zum Times Square gegangen, bei dem die Bildschirme heller waren als die Straßenlaternen. Danach standen wir 1 Stunde an um auf das Empire State Building bei Nacht zu kommen. Doch diese Wartezeit hat sich komplett gelohnt, da uns der Blick über die erleuchtete Stadt heute noch stark beeindruckt.

Auch die nächsten Tage in New York waren sehr abwechslungsreich. Wir grasten alle berühmten Sehenswürdigkeiten ab und es wurde nicht langweilig. Nach 2,5 Wochen ohne Sport waren diese Tagesmärsche dann aber doch sehr ermüdend.

Ein großes Dankeschön nochmal an Frau Baier und Herr Grieben, die uns begleitet haben und unsere Zeit mit vielen unvergesslichen Momenten gestaltet haben.

Meret Hoyer

24. Januar
Meret Hoyer
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