Zeitzeugengespräch am Heisenberg-Gymnasium

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Eine große Ehre wurde dem Heisenberg-Gymnasium zuteil als Frau Prof. Dr. Lieblová, eine der letzten Zeitzeugen, vor ca. 160 Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll ihr Leben während des Naziregimes schilderte.

Seitens der Schüler wurden zahlreiche Fragen zum Alltag im Konzentrationslager gestellt. Am meisten interessierten sie sich jedoch für den Umgang von Frau Lieblová mit der Vergangenheit und speziell für ihre Beweggründe Germanistik zu studieren, nachdem sie nur knapp in Deutschland dem Tod entkommen war. Frau Lieblová überzeugte die Schüler mit ihrer pragmatischen Sichtweise und Antworten wie: „Die deutsche Sprache ist ja nicht schuld.“. Sichtlich gebannt waren die Schülerinnen und Schüler von der resoluten und trotz all ihrer Erfahrungen positiv gestimmten Frau.

HINTERGRUNDINFORMATION:

Prof. Dr. Dagmar Lieblová, 1929 in Kuttenberg (Kutná Hora) in Nordböhmen geboren, wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert. Ein Jahr später kam sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Aufgrund eines Schreibfehlers in ihrem Geburtsdatum entging sie den Gaskammern und musste bis Kriegsende Zwangsarbeit im KZ-Außenlager am Falkenbergsweg in Neugraben leisten. Nach einem Genesungsaufenthalt in einem Lungensanatorium holte sie ihr Abitur nach und studierte Tschechisch sowie Germanistik. Anschließend war sie als Deutschlehrerin und als Professorin für Germanistik tätig.

Bis heute arbeitet sie unentwegt als Zeitzeugin gegen das Vergessen.

4. Dezember
Anja Mühlbach
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