ENDENTSCHEED "Schoolkinner leest PLATT 2012"

"Platt leevt wieder" heet dat düt Johr an 24.05.2012 an de School Schnuckentrift in Neegroben! To'n söventeihnsten Mol geev dat düt Johr de Plattdüütsche Vörleeswettstriet "Schoolkonner leest Platt", utricht vun de Vereen "Plattdüütsch leevt" e.V un dat Hamborger Schoolamt. Veer vun uns Schoolkinner ut dat Heisenberg-Gymnasium weren dorbi. Wedder veer vun uns Gören ünner de veerteihn Besten ut de Süderelvrum!So'n Endentscheed, dat is jümmers wedder wat besünners. Los geiht dat mit'e Tüdelband un ehr Leeder "Seeluft" un "Op Land". Veer junge Lüüd, de sik op "Platt" mol swungvoll, mol mit Geföhl dörch all Aarten vun Popmusik speelt. Un dat is nich blots wat för junge Lüüd.

Bevör de Deelnehmers losleggen künnt begröt de Öllermann Ernst Golsch vun Vereen "Plattdüütsch leevt" e.V., de veerteihn besten "Plattlesers" ut'n Süderelvrum, ut Finkwarder un Wilhelmsborg, de Jury un all de Besökers. Achteran richt Renate Brömmer, de niege böverst Schoolmeistersche för Düütsch un Kunst, de Gröten vun't Hamborger Schulamt ut. Nedderdüütsch ward in Hamborg siet Tweedusendtwelve ok wedder in de Schoolen ünnerricht, tominnst in de Grundschoolen.Un denn güng dat richtig los, de Talkmeister Helmut von Eitzen rööpt toeerst de Lütten ut de Johrgäng dree un veer up. Foorts achteran keem de Johrgäng fief un söss. Blots Henning Schröder is een Finkwarder Jung, de anner Gören sünd all ut Horborg. Siet Johren to'n eersten Mol wedder dorbi sünd twee Deerns vun't Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. As Letzt in düssen Köppel leest uns Clara Raut (6b) ehr Geschicht "Bitte recht freundlich" von Irmgard Harder un se weer bannig goot!

Achter een Poos wedder mit een beten Musik vun de "Tüdelbänd" de nu ehr bekannig Leed "Uwe steiht op Jungs" sungen, stellt Helmut von Eitzen de niege Schooldirekter, sien Nafolger an de School Schnuckentrift vör. De is schier ut de Tüüt, dat dat bi all dat appeldwatsche Düütsch heel Kinner gift, de sik för dat Plattdüütsche insetten. He freit sik, dat ok de Liddmaten vun de Vereen "Plattdüütsch leevt" e.V in de Schoolen gahn un de Schoolmeisters ünner de Arms griepen.Denn leest de Kinner ut de Johrgäng söven bet negen. Dütt Johr een Wettstriet Horborg gegen Olland un Finkwarder. Düt Mol füng een Heisenberger an, uns Nikita Chesnovitskiy (9b). In sien egen Ort un Wies vertell he sien Geschicht "Just dat Öller hett sien Weert" von Yared Dibaba. Denn lesen Fine Meier ut Finkwarder ehr Geschicht "De Fro in't Auto", een Geschicht vun ehr Modder ut dat ledden Johr, Jendrik Rüter vun dat Süderelv-Gymnasium sien Geschicht "Ik kann mi noch got erinnern..." vun Reimer Bull un Caja Meier ehr Geschicht "Opa ward Tachentig", ok vun Anja Meier. Toletzt keem uns Meret Hoyer (8b) mit ehr wunnerbor plattdüütschen Geschicht "Arfensupp bi Karstadt" vun Rolf Kuhn.

To'n Sluss weren de Groten an de Reeg. Uns Henrik Augstein (S2) weer dütt Johr ohn Gegenslüüd, keen een anner ut de Johrgäng teihn bet dörteihn het dütt Johr mihr Tied för dat "Plattdüütsche" funnen - schood.He het sik een Geschicht vun Wolfgang Borchert utsöcht un leest "Nachts schlafen die Ratten doch" in de plattdüütschen Ütdüden "Bi Nacht slopen de Rotten jümmers". Liekers Henrik möckt sien Sach goot, so goot dat männigeen Tohörer een iskoolen Schuur övern Puckel löpt.Un denn müss de Jury ran. Dütt Johr sitten söven Lüüd in de Jury. Dorbi de Boos vun't Institut för Nedderdüütsche Spraak ut Bremen, een ut de Plattdüütsche Root för Hamborg un een vun de Fehrs-Gilde ut Sleswig-Holsteen.An Enn maakt Herr von Eitzen dat Resultat künnig: Dat weer böös swoor för de Jury, denn de Kinner liggen all drang tohoop.

De Eerste in de Johrgäng dree un veer heet Leonard Sell vun de Westernschool. In de Johrgäng fief un söss heet de Eerste Hannah Frederike Behrendt vun't Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. Na lang Johren is de School wedder dorbi un denn glieks een Winner. In de Johrgäng söven bet negen weer dat Fastleggen op een Winner vigelinsch. Doar weer meist keen Ünnerscheed twischen de Kinner to kennen opschoon welk ut de sövente, welk ut de achte un welk ut de negte Klass keem. De Eerste heet Fine Meier vun't Gymnasium Finkwarder. Un in de Johrgäng teihn bet dörteihn bröcht Henrik Augstein een Schoolpokal för dat Heisenberg-Gymnasium mit na Huus. Dütt Johr ward Helmut von Eitzen nu ok den Quickborn-Verlags-Pokal los, de all vör Johren an dat Alexander-von-Humboldt-Gymnasium güngt, nu is de School mit de niege Plattdüütschmeestersche Frau Hoyer wedder in'n Wettstriet trüch.
We graleren uns Plattdüütschlesers Henrik, Nikita, Meret, un Clara vun't Heisenberg-Gymnasium un all de Minschen, de mit jem dat Plattdüütsch leert het. Bi uns an de School doar gifft dat keen "Plattdüütsch-AG". Aver in de Klassen fief un söss steiht in Düütsch ok Nedderdüütsch up Stünnenplan. Uns Kinner övt mit ehr Öllern, Grootöllern un Bekannigen, de noch Plattdüütsch snacken. Ok de Schoolmeisters helpt, wenn se künnen.Tschüß bet to'n neegsten Johr, wenn dat in Hamborg wedder heet "Jungs un Deerns leest Platt 2013"!

De besten Geschichten künnt je an 1. Julimaand 2012 bi NDR 90,3 in de Sendung "Wi snackt Platt", Klock 8.20, heuen.

"Platt lebt weiter" hieß es in diesem Jahr am 24. Mai 2012 in der Schule Schnuckendrift in Neugraben, als zum 17. Mal der Vorlesewettbewerb "Schoolkinner leest PLATT", veranstaltet vom Verein "Plattdüütsch leevt" und der Behörde für Schule und Berufbildung, stattfand. Das Heisenberg-Gymnasium war erneut mit zwei Leserinnen und zwei Lesern vertreten. Vier von unseren Schülerinnen und Schülern unter den vierzehn Besten im Süderelberaum.

Die Endausscheidung eines Wettbewerbes ist immer wieder etwas Besonderes. Nach der Begrüßung durch den Organisator Herrn von Eitzen gab es Musik von der Gruppe "Tüdelband"! Vier junge Leute, die sich auf Plattdeutsch durch alle Arten von Popmusik spielen. Das spricht auch die ältere Generation an. Bevor der Wettbewerb begann begrüßte der Vorsitzende des Vereins "Plattdüütsch leevt" e.V., Ernst Golsch, die vierzehn besten Plattdeutschleser aus Harburg, Finkenwerder und Wilhelmburg, die Jury und die Besucher. Danach überbrachte die Vertreterin der Behörde für Schule und Berufsbildung, Renate Brömmer, die Grüße ihres Senators. Frau Brömmer ist die neue Fachreferentin für Niederdeutsch der Behörde. Sie freut sich, dass ab dem Jahr 2012 wieder Plattdeutsch in den hamburgischen Grundschulen unterrichtet wird.

Dann begann der Wettstreit und die 14 Kinder lasen ihre Geschichten in der voll besetzten Pausenhalle vor. Durch das Programm führte Helmut von Eitzen. Er bat zunächst die Vorleserinnen und Vorleser aus den Klassenstufen 3 und 4 nacheinander ans Mikrofon. Danach waren dann die Kinder aus den Klassenstufen 5 und 6 an der Reihe. In dieser Gruppe las in diesem Jahr nur ein Schüler aus Finkenwerder, alle anderen Leserinnen waren von Harburger Gymnasien. Besonders freute es den Organisator, dass nach langen Jahren wieder Schülerinnen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, der "Heimat" von Sandra Keck, am Wettbewerb teilnahmen. Als Letzte in dieser Gruppe las Clara Raut aus der 6b des Heisenberg-Gymnasiums ihre Geschichte "Bitte recht freundlich" von Irmgard Harder und sie las sehr gut! Nach einer Pause mit musikalischer Unterhaltung, die Tüdelband sang ihren bekannten Hit "Uwe steiht op Jungs", stellte Herr von Eitzen den Hausherren, den neuen Schulleiter der Schule Schnuckendrift, vor. Dieser freute sich bei all dem verstümmelten und verwaschenen Deutsch, welches heute gesprochen wird, Kinder zu sehen, die sich für die Regionalsprache Plattdeutsch begeistern. Er begrüßte es, dass die Mitglieder des Vereins "Plattdüütsch leevt" in die Schulen gehen, um die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen.

Danach ging es weiter mit dem Wettbewerb. Es lasen die Kinder der Klassenstufe 7 bis 9. In diesem Jahr ein Wettstreit Harburg gegen Finkenwerder und Altes Land. In dieser Gruppe begann zunächst ein Heisenberger. Nikita Chesnovitskiy (9b) erzählte in der ihm eigenen Art seine Geschichte "Just dat Öller hett sien Weert" von Yared Dibaba. Es folgten Fine Meier aus Finkenwerder mit ihrer Geschichte "De Fro in't Auto" aus dem vergangenen Jahr, geschrieben von ihrer Mutter Anja Meier, sowie Jendrik Rüter vom Gymnasium Süderelbe mit seiner Geschichte "Ik kann mi noch got erinnern..." vun Reimer Bull und Caja Meier mit ihrer Geschichte "Opa ward Tachentig", ebenfalls von Anja Meier. Zum Abschluss dieser Gruppe las Meret Hoyer (9b), eine weitere Vertreterin des Heisenberg-Gymnasiums, ausdrucksstark ihre Geschichte "Arfensupp bi Karstadt" von Rolf Kuhn. Abschließend war die Gruppe der Klassen 10 bis 13 an der Reihe, in der dieses Jahr Henrik Augstein (S2) ohne Konkurrenz antrat. Kein anderer hatte mehr die Zeit gefunden, sich auf diesen Wettbewerb vorzubereiten. Wie sich bereits im letzten Jahr andeutete, fordert die nach der letzten Schulreform offenbar arbeitsintensivere Oberstufe ihren Tribut - schade.

Henrik hatte sich in diesem Jahr etwas Besonderes ausgesucht: Die bekannte Geschichte "Nachts schlafen die Ratten doch" von Wolfgang Borchardt - übersetzt in die plattdeutsche Sprache "Bi Nacht slopen de Rotten jümmers". Henrik las sehr gut, so gut, dass es insbesondere manch einem älteren Zuhörer eiskalt über den Rücken lief.  Dann konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich ausruhen und die Jury musste arbeiten. In diesem Jahr hatte der Organisator Helmut von Eitzen eine siebenköpfige Jury eingeladen. Darunter den Leiter des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen, Herrn Dr. Goltz, Herrn Hansen, den ehemaligen Ortsamtsleiter von Finkenwerder und jetzt Mitglied des Plattdeutschen Rates für Hamburg sowie Herr Tieß von der Fehrs-Gilde Schleswig-Holstein.

Am Schluss des Wettbewerbes verkündete der Organisator Herr von Eitzen das Ergebnis. Eine sehr schwere Entscheidung für die Jury, da alle Kinder sehr gut gelesen hatten. Der erste Platz in der Gruppe I ging an Leonard Sell von der Westernschule Finkenwerder. In der Gruppe II ließ Hannah Frederike Behrendt vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium alle anderen hinter sich. In der Gruppe III war die Entscheidung besonders schwierig, man konnte beim Lesen nicht einmal sagen wer die Klassenstufe 7, 8 oder 9 vertrat. Es gewann Fine Meier vom Gymnasium Finkenwerder, die sich auch gegen ihre Schwester Caja durchsetzte. In der Gruppe IV holte Henrik Augstein (S2) den Schulpokal an das Heisenberg-Gymnasium. Wir gratulieren Henrik sowie Clara, Meret und Nikita, die mit Einsatz und Ausdauer erfolgreich die Endrunde erreichten, und danken vor allem allen Eltern, Großeltern sowie Freunden, Bekannten und Lehrern, die sich für den Erhalt der plattdeutschen Sprache einsetzen und mit den Kindern Plattdeutsch geübt haben. Obwohl es an unserer Schule keine Plattdeutsch-AG gibt, hatten sich in diesem Jahr wieder viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule auch im Schulentscheid und im Bezirksentscheid in ihrer Freizeit für den Erhalt der plattdeutschen Sprache eingesetzt.

Hoffentlich ist die Beteiligung im nächsten Jahr, wenn die Behörde für Schule und Berufsbildung zum Mitmachen beim hamburgweiten Vorlesewettbewerb "Jungs un Deerns leest Platt 2013" auffordern wird, auch wieder so groß! NDR 90,3 wird am 1. Juli 2012 um 8.20 Uhr die besten Geschichten des Vorlesewettbewerbes in der Sendung "Wi snackt Platt" senden.

15. April
Birgit Augstein
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